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Mrz 22

Antrag der CDU-Fraktion: Anreizprogramm „Engagement für Senioren“.

Stadtverordnetenversammlung am 10.12.2012 zur Vorlage Nr. 244/2012
Antrag der CDU-Fraktion: Anreizprogramm „Engagement für Senioren“.

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,

die Fraktion der CDU Baunatal stellt hiermit folgenden Ergänzungsantrag zur oben genannten Beschlussvorlage:

Dreh- und Angelpunkt einer innovativen Seniorenpolitik wird es in den kommenden Jahren sein, insbesondere das ehrenamtliche Engagement, wesentlich stärker als bereits in der Vergangenheit, nachhaltig zu fördern.

Es stellt sich nun die Frage, wie die Bereitschaft zum Engagement in ein tatsächliches Engagement umgesetzt werden kann. Hierzu muss der komplexe Charakter des bürgerschaftlichen Engagements genauer betrachtet werden: bürgerschaftliches Engagement kann an verschiedenen Orten wie an öffentlichen Einrichtungen, Vereinen und zivilgesellschaftlichen Organisationen stattfinden und ist unterschiedlich formalisiert, d. h. Engagement kann auch informell, beispielsweise in der Nachbarschaft, erfolgen.

„Zusätzliche Motivation kann durch kleine Geschenke oder Vergünstigungen für Engagierte bewirkt werden, wobei gerade Letzteres erfolgversprechend ist, da hier ein handfester Vorteil mit einer öffentlichen Anerkennung verbunden wird.“ (Centrum für Soziale Investitionen und Innovationen, Heidelberg, Qualifizierung und Anreizsysteme für bürgerschaftliches Engagement).

Daher scheint es unabdingbar, die existierenden Formen des bürgerlichen Engagements mit einem stadteigenen Anreizsystem zu verbinden.

Hierzu wird ein städtisches „Engagement-Punkte-System“ eingeführt. Jede ehrenamtlich, im Rahmen der Seniorenarbeit, geleistete „Engagementstunde“ soll entsprechend honoriert werden. In diesem Zusammenhang wird jede halbe „Engagementstunde“ mit einem „Engagementpunkt“, seitens der Stadt Baunatal, entlohnt.

Zur Einlösung der gesammelten „Engagementpunkte“ wird die Stadt Baunatal das folgende Entlohnungssystem anwenden, um den Auszahlungsberechtigten die entsprechenden Freikarten für diese kostenlos zur Verfügung zu stellen:

25    „Engagementstunden“    = 50    „Engagementpunkte“    = 1    Eintrittskarte für den Aquapark Baunatal
50    „Engagementstunden“    = 100    „Engagementpunkte“    = 1    Fahrkarte (Multiticket) ÖPNV
100    „Engagementstunden“    = 200    „Engagementpunkte“    = 1    Eintrittskarte für den Baunataler Sommer
150    „Engagementstunden“    = 300    „Engagementpunkte“    = 1    Eintrittskarte für das Baunataler Theater

Die jeweilige Auszahlung der angesammelten „Engagementpunkte“ an den jeweils ehrenamtlich Tätigen erfolgt entsprechend seiner Bedürfnisse. Beispielsweise wäre es einem ehrenamtlich Tätigen nach diesem System möglich, nach einer Ansammlung von 300 „Engagementpunkten“, anstatt 1 Eintrittskarte für das Baunataler Theater auch 6 Eintrittskarten für den Aquapark Baunatal zu erhalten, oder wahlweise 1 Fahrkarte (Multiticket) für den ÖPNV und 1 Eintrittskarte für den Baunataler Sommer usw.

Die Vergabe der „Engagementpunkte“ erfolgt durch den Fachbereich 50 – Sport, Kultur, Jugend und Senioren der Stadt Baunatal. Auf Antrag (Unterzeichnung eines standardisierten Formulars) der Empfänger dieser ehrenamtlichen „Engagementstunden“ oder der, für diese stellvertretend, agierenden Sozialen Einrichtungen, werden die entsprechenden „Engagementpunkte“ durch den Fachbereich 50 der Stadt Baunatal ausgefertigt und festgehalten. Dieser wird auch im Folgenden mit der Einlösung der „Engagementpunkte“ und der finanziellen Abwicklung beauftragt.

Der Magistrat wird beauftragt:

  1. Das Anreizprogramm „Engagement für Senioren“, entsprechend der obigen Beschlussvorlage, umzusetzen.
  2. Entsprechende finanzielle Mittel im Haushaltsplan 2013 zu berücksichtigen.

Begründung:

Das vorgeschlagene Entlohnungssystem schafft nicht nur direkte Anreize für ein zukünftig wachsendes Engagement des Einzelnen Bürgers in Baunatal, sondern ist auch, durch die konkreten Entlohnungsmaßnahmen der Stadt Baunatal, insgesamt von herausragender Bedeutung für die Sozialbilanz der Baunataler Gesellschaft als solche. Die vorgeschlagenen Entlohnungsmaßnahmen basieren ausschließlich auf sozial bedingten Infrastruktureinrichtungen, welche ohnehin von Unserer Stadt, politisch gewollt, bislang vorgehalten werden. Sie sind daher im Wesentlichen seitens Unserer Stadt durch ihren Fixkostenanteil geprägt, d.h. der variable Kostenanteil jeder einzelnen Entlohnungsmaßnahme, beispielsweise einer einzelnen Eintrittskarte für den Aquapark, den Baunataler Sommer, das Baunataler Theater oder einer Fahrkarte für den ÖPNV, fällt für Unsere Stadt ohnehin kaum ins Gewicht. Betrachtet man nun die, anderenfalls, hinzukommenden Opportunitätskosten Unserer Stadt, Kosten die Unserer Stadt zusätzlich zu leisten hätte, wenn dieses Engagement nicht durch ehrenamtlich Tätige erbracht würde, ist das vorgeschlagene Entlohnungssystem nicht nur kostenneutral, sondern führt zu erheblichen Einsparungen seitens der Stadt Baunatal.

Darüber hinaus wird die gestiegene Auslastung der vorgehaltenen Infrastruktur unweigerlich zu einer Aufwertung und somit zu einer Attraktivitätssteigerung der benannten gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Einrichtungen beitragen.

Weitere Begründung erfolgt mündlich.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Stüssel
Fraktionsvorsitzender